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PPWR vs. Digitaler Produktpass: Ist die EU-Verpackungsverordnung dasselbe wie der DPP?

August 31, 2026
Julian Sotek
/
ESPR & EU Regulations

PPWR vs. Digitaler Produktpass: Ist die EU-Verpackungsverordnung dasselbe wie der DPP?

Zuletzt aktualisiert: 18. August 2026. Geprüft gegen Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR) und Verordnung (EU) 2024/1781 (ESPR).

Kurze Antwort: Nein. Die Verpackungsverordnung PPWR und der Digitale Produktpass (DPP) kommen aus zwei verschiedenen Verordnungen mit zwei verschiedenen Geltungsbereichen. PPWR regelt die Verpackung um dein Produkt herum. ESPR, die den DPP schafft, regelt das Produkt selbst. Beide führen zu einem QR-Code, der auf einen Datensatz verweist, und genau deshalb werden die beiden ständig durcheinandergebracht. Ein konformes Verpackungslabel nach PPWR macht dein Produkt nicht DPP-konform, und umgekehrt genauso wenig.

Zwei Verordnungen, zwei QR-Codes

PPWR (Verpackung)ESPR / DPP (Produkt)
Verordnung(EU) 2025/40(EU) 2024/1781
RegeltVerpackungsmaterial, Format, Recyclingfähigkeit, WiederverwendungDas Produkt selbst: Material, Herkunft, Reparierbarkeit, Compliance-Daten
Erstes QR-relevantes Datum12. August 2026 (Herstellerkennzeichnung, QR als Rückfalloption)18. Februar 2027 (Batteriepass)
Volle Data-Carrier-Pflicht12. August 2028 (harmonisiertes Label)Je Produktkategorie, sobald delegierte Rechtsakte vorliegen, siehe unsere DPP-Timeline
Gilt fürJeden, der Verpackungen auf dem EU-Markt in Verkehr bringtProdukte in Kategorien mit erlassenem ESPR-Rechtsakt (aktuell Batterien, Textilien und Elektronik folgen)

Was auf dem PPWR-QR-Code tatsächlich stehen muss

PPWR kommt in drei Stufen, und jede verlangt etwas anderes.

12. August 2026: Herstellerkennzeichnung

Name, eingetragener Handelsname, Postanschrift und elektronischer Kontakt müssen auf der Verpackung stehen. Standard ist der Aufdruck. Ein QR-Code oder anderer digitaler Datenträger ist nur eine Rückfalloption für Fälle, in denen Aufdrucken "nicht möglich" ist, typischerweise bei Verpackungen, die zu klein für den Text sind. Ist Platz da, wird gedruckt.

12. August 2028: das harmonisierte Label

Das ist das Datum, das am meisten zählt. Ab hier wird ein QR-Code oder gleichwertiger Datenträger fester Bestandteil eines standardisierten Labels für praktisch alle Verpackungen auf dem EU-Markt, verlinkt zu Materialzusammensetzung, Rezyklatanteil, Substances of Concern und Sortier- bzw. Entsorgungshinweisen. Die Zahlen zum Rezyklatanteil hängen von einer Berechnungsmethodik nach Artikel 7 Absatz 8 ab, die noch nicht veröffentlicht ist.

12. Februar 2029: Mehrwegverpackung

Verpackung, die als wiederverwendbar in Verkehr gebracht wird, braucht ein eigenes Label plus einen QR-Code, der auf Rücknahmesysteme, Sammelstellen und Rotations- bzw. Trackingdaten verweist.

Ein offener Punkt: Welches technische Format hinter diesen QR-Codes steht, ob die Daten strukturiert und maschinenlesbar sein müssen oder eine einfache Webseite reicht, legen Durchführungsrechtsakte nach Artikel 12 Absatz 6 und 7 fest. Die waren bis 12. August 2026 fällig und sind, Stand jetzt, noch nicht veröffentlicht. Die QR-Pflicht selbst steht fest. Das Datenschema dahinter ist noch offen.

Wo sich PPWR und DPP tatsächlich überschneiden

Beide Verordnungen laufen über dieselbe Grundidee: eindeutige Kennung, QR-Code, Datensatz dahinter. PPWR erlaubt ausdrücklich, verlangt aber nicht, dass Verpackungsinformationen und Produkt-DPP über denselben Datenträger erreichbar sind, wenn ein Produkt beides braucht. Eine technische Angleichung ist nicht vorgeschrieben. Aber ein QR-Code statt zwei ist der naheliegende Weg, wenn die Infrastruktur für eines von beiden ohnehin gebaut wird.

Die Frage nach dem Datenträger-Format, GS1 Digital Link oder andere Formate, ist dieselbe, die auch auf der Produktseite auftaucht. Unsere Artikel zu GS1 Digital Link und den harmonisierten DPP-Datenaustauschstandards zeigen, wie das für den Produkt-DPP gelöst wird.

Brauchst du PPWR, einen DPP, oder beides

Wenn du überhaupt Verpackungen auf dem EU-Markt in Verkehr bringst, gilt PPWR für dich, unabhängig davon, was drin ist. Grundkennzeichnung ab 2026, harmonisiertes Label und QR ab 2028.

Wenn dein Produkt in einer Kategorie mit erlassenem ESPR-Rechtsakt liegt, aktuell Batterien, mit Textilien und Elektronik in der Pipeline, brauchst du zusätzlich einen Produkt-DPP. Unsere DPP-Timeline sowie die Artikel zu Textilien und Elektronik zeigen, wann was kommt.

Die meisten Hersteller haben aktuell nur eine der beiden Pflichten. Ein Haushaltswarenhersteller mit EU-Vertrieb hat 2026 und 2028 echte PPWR-Verpackungsarbeit vor sich, auch ohne ESPR-Rechtsakt für seine Produktkategorie. Eine Textilmarke fährt beide Spuren gleichzeitig.

Wie dpp.cloud dazu passt

dpp.cloud baut die Produktseite: Anbindung an dein bestehendes PIM, Akeneo und andere, Mapping deiner Produktdaten auf das DPP-Schema deiner Kategorie, QR-verlinkter Pass in Wochen statt Monaten. Unser Kostenvergleich Selbst bauen oder kaufen hilft, wenn du das gegen ein internes Projekt abwägst.

Verpackungsbezogene PPWR-Daten hosten wir aktuell nicht als eigenes Produkt. Ist PPWR gerade deine einzige Pflicht, ist das ein eigenständiges Projekt, das wir nicht abdecken. Trägst du zusätzlich eine Produktkategorie unter ESPR, buch eine Strategy Session, wir klären gemeinsam, welche der beiden Pflichten für dich wirklich greift und wo sich ein QR-Code statt zwei teilen lässt.

Quellen

  • Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR), Volltext auf EUR-Lex: eur-lex.europa.eu/eli/reg/2025/40/oj/eng
  • Verordnung (EU) 2024/1781 (ESPR), Volltext auf EUR-Lex: eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1781/oj

FAQ

Ist PPWR dasselbe wie der Digitale Produktpass?

Nein. PPWR (Verordnung (EU) 2025/40) regelt Verpackungen. Der Digitale Produktpass entsteht durch ESPR (Verordnung (EU) 2024/1781) und regelt das Produkt selbst. Beide nutzen einen QR-Code mit verlinkten Daten, daher die häufige Verwechslung.

Verlangt PPWR einen QR-Code auf der Verpackung?

Ja, gestaffelt. Ab 12. August 2026 ist der QR-Code eine Rückfalloption für die Herstellerkennzeichnung, wenn Aufdrucken nicht möglich ist. Ab 12. August 2028 ist ein QR-Code oder gleichwertiger Datenträger fester Bestandteil eines harmonisierten Labels für praktisch alle Verpackungen auf dem EU-Markt.

Ab wann ist die PPWR-QR-Pflicht verbindlich?

Das harmonisierte Label mit QR-Code ist ab 12. August 2028 Pflicht. Mehrwegverpackung bekommt ab 12. Februar 2029 ihre eigene QR-basierte Label-Pflicht.

Brauche ich PPWR-Konformität und einen Digitalen Produktpass?

Nur wenn beides für dich gilt. PPWR gilt für jeden, der Verpackungen auf dem EU-Markt in Verkehr bringt. Ein Produkt-DPP gilt nur, wenn für deine Produktkategorie ein ESPR-Rechtsakt erlassen ist, aktuell Batterien, weitere Kategorien folgen.

Kann derselbe QR-Code sowohl PPWR als auch den Digitalen Produktpass bedienen?

PPWR erlaubt, dass Verpackungsinformationen und DPP-Daten über denselben Datenträger erreichbar sind, wenn ein Produkt beides braucht, verlangt es aber nicht. Eine erzwungene technische Angleichung zwischen den beiden Verordnungen gibt es bisher nicht.

Julian Sotek
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